Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung

Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht können Sie verfassen für den Fall, dass Sie zukünftig wegen Alter oder Krankheit Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst bestimmen können. Dazu müssen Sie eine Person des Vertrauens bestimmen, die dann stellvertretend für Sie handlungsfähig sein soll.

Eine Vorsorgevollmacht ist übrigens nicht nur im Alter sinnvoll. Ab der Volljährigkeit endet die natürliche Vertretung der Erziehungberechtigten. Danach gibt es keine "automatische" Vertretung mehr - auch nicht durch den Ehepartner!

Zum Stichwort "Vorsorgevollmacht" finden Sie im Internet sehr viele Hinweise.
Wir empfehlen Ihnen die Hinweise und Formulare des Bayerischen Staatsministeriums für Justiz. 

Entsprechende Formulare zum Download stehen für Sie unter Broschüre zur Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter bereit.

Oder Sie schauen unter Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz unter Betreuungsrecht nach. Die ausführlichen Informationen zur Vorsorgevollmacht können Sie ebenfalls herunterladen.

Die Vorsorgevollmacht kann der Vertrauensperson entweder direkt ausgehändigt werden oder man bewahrt sie bei den persönlichen Unterlagen auf – dabei sollte sichergestellt werden, dass sie im Fall der Fälle auch gefunden werden kann. Sie können sie auch beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer in Berlin hinterlegen. Weitere Informationen unter http://www.vorsorgeregister.de/, Servicetelefon: 0800 - 35 50 500

Informationen zur Vorsorgevollmacht halten die zuständigen Betreuungsbehörden bei den Stadt- und Kreisverwaltungen, die Betreuungsvereine und der Pflegestützpunkt bereit.

Die Betreuungsverfügung

Die Betreuungsverfügung stellt eine Möglichkeit der selbstbestimmten Vorsorge für den Fall dar, dass man nicht mehr handlungsfähig ist und seine eigenen Angelegenheiten nicht mehr erledigen kann. Das für den Betroffenen örtlich zuständige Betreuungsgericht wird in diesem Fall erforderlichenfalls einen Betreuer bestellen. Auf dieses Verfahren kann man im Vorfeld Einfluss nehmen. In einer Betreuungsverfügung können Sie Wünsche äußern bezüglich der Person des Gesetzlichen Betreuers. Die Betreuungsverfügung ist in Schriftform zu verfassen und eigenhändig zu unterschreiben

Beachten Sie:

Eine Bankvollmacht – so notwendig diese auch ist – ersetzt keine Vorsorgevollmacht. Sie dient einzig dazu, dem Bevollmächtigten Zugang zu den Konten und evtl. Geldgeschäften zu ermöglichen.

Die Patientenverfügung

Die Patientenverfügung stellt ebenfalls eine Willenserklärung dar, für den Fall, dass man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann. Sie ist eine wichtige Ergänzung neben der Vorsorgevollmacht und ist für behandelnde Ärzte und Pflegepersonal ein entscheidender Hinweis auf den mutmaßlichen Willen des Betroffenen. Diese Verfügung behandelt ganz speziell gesundheitliche Sachverhalte. Man kann damit Vorsorge für Situationen treffen, in der eine Entscheidung über ärztliche Behandlungen und damit zusammenhängende (lebensverlängernde) Maßnahmen konkret nicht mehr möglich ist. Unbedingt sollte man darin Stellung nehmen, aus welchen Gründen eine Behandlung abgelehnt wird und für welche Gesundheitszustände die Festlegung gelten soll. Wichtig ist die Dokumentation der persönlichen Einstellung zu verschiedenen medizinischen Behandlungen wie beispielsweise künstliche Beatmung, künstliche Ernährung oder Wiederbelebung. Dieses Schriftstück sollte ebenfalls handschriftlich verfasst werden, gutlesbar und auffindbar sein. Darüber hinaus empfiehlt es sich, in regelmäßigen zeitlichen Abständen seinen Willen erneut zu überprüfen und die Verfügung zu unterschreiben.

Die Formulare der Patientenverfügung finden Sie beispielsweise in der Broschüre Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter zum Download.

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie bei den Betreuungsbehörden der Stadt- und Kreisverwaltungen, den Betreuungsvereinen, beim Ambulanten Hospiz oder dem Pflegestützpunkt.

Noch ein Tipp:

Regional finden regelmäßige Vorträge zum Thema Vorsorgevollmacht & Patientenverfügung beispielsweise im Krankenhaus Hetzelstift statt. Sie können hierzu auch in den regionalen Teil der Rheinpfalz schauen.

Übrigens:

Auch das Testament ist eine Vorsorge – nämlich für den Fall Ihres Todes. Es dient nicht nur zur Vermögensabgabe sondern auch dazu, den Familienfrieden zu wahren. Noch immer gibt es viele Personen, die kein oder kein ausreichendes Testament haben. Lassen Sie sich von spezialisierten Rechtsanwälten oder Notaren beraten.